Natursteine spielen eine immer wichtigere Rolle, wenn es um die hochwertige Gestaltung von Wand- und Bodenflächen geht. Allerdings sind beim handwerklichen Umgang mit Naturwerkstein wichtige Details zu beachten. Welche dies sind, das zeigte einmal mehr die Sopro Bauchemie auf ihrem, im Rahmen der Sopro ProfiAkademie angebotenen „Naturstein-Expertenseminar“, das diesmal zu Gast im Steinbruch der BGS Bergischen Grauwacke in Lindlar war.

Das Sopro Naturstein-Expertenseminar findet zweimal jährlich in deutschen Steinbrüchen statt. Die Teilnehmer können sich dabei nicht nur über die unterschiedlichen Natursteinvorkommen in Deutschland, sondern auch über die speziellen Eigenschaften der dort abgebauten Gesteinsarten informieren. Sonderseminare, wie beispielsweise im September dieses Jahres nach Carrara, ergänzen das Programm auf europäischer Ebene.

Die bergische Grauwacke ist aufgrund ihres natürlichen und sehr zentral in Deutschland gelegenen Ursprungs, ihres individuellen Aussehens und der Nachhaltigkeit im Abbau ein fester Bestandteil der ökologischen Landschaftsgestaltung und Gartengestaltung. Grauwacke ist charakterstark und abwechslungsreich im Aussehen, robust und beständig sowie frostsicher und sauber zu verarbeiten. Die Bearbeitungsmöglichkeiten sind dabei besonders vielseitig. So kann die bergische Grauwacke geflammt, geschliffen, gebürstet, gestockt, diamantgesägt und sogar poliert werden. So vielfältig wie die Bearbeitungsarten sind auch die Anwendungsgebiete des Naturmaterials: Sie reichen von Mauern, Haus- und Wandverblendungen über Pflaster, Bodenplatten, Treppenanlagen sowie Brunnen- und Teichanlagen bis hin zu Küchenarbeitsplatten und Badverkleidungen. Darüber hinaus findet die Bergische Grauwacke in Form von Steinblöcken und Quadersteinen Verwendung als Schallbegrenzung, Frost- und Hochwasserschutz.

Ganz wichtig für alle die Verarbeitung und Verlegung von Natursteinen betreffenden Arbeiten ist es, die Herkunft und damit auch die Eigenschaften und Besonderheiten der unterschiedlichen Gesteinsarten zu kennen. Aus diesem Grund war die Sopro Bauchemie im Rahmen ihrer ProfiAkademie im Mai dieses Jahres im BGS Grauwacke Steinbruch in Lindlar zu Gast. Im „theoretischen“ Teil des Natursteinseminars zeigte dabei Dr. Anette Ritter-Höll, Diplom-Geologin und öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige, die Besonderheiten des Natursteins auf, wobei sie speziell auf dessen Eigenschaften und die daraus resultierenden Nutzungsgrenzen einging. 

Wie die optimalen „Fugen- und Verlegesysteme für Naturstein“ aussehen - dies war Thema des Vortrags von Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Kammerer, Bereichsleiter Anwendungstechnik bei der Sopro Bauchemie GmbH. Perfekt ergänzt wurden seine Ausführungen durch Marco Pistner, Vorführmeister bei der Sopro Bauchemie GmbH, der die „Verlegesysteme für Natursteine im Außenbereich und Möglichkeiten zur rückseitigen Absperrung von Naturwerksteinen, sowie die Besonderheiten von Dünn- und Mittelbettmörteln für Natursteine“ praktisch demonstrierte. Dabei wurde insbesondere auch auf das Verformungsverhalten der Grauwacke eingegangen, welches bei dünnen Platten und größeren Formaten auftreten kann, dem jedoch bei der Verlegung mit geeigneten bauchemischen Produkten entgegen gewirkt werden kann. Beim anschließenden Besuch des Steinbruchs konnten sich die Teilnehmer unter anderem auch über den Einsatz verschiedener Maschinen wie beispielsweise Schneide- und Schleifmaschinen informieren. Die weiteren Themen reichten dann von der Historie und der Entstehung des Steinbruchs und den Abbau des Gesteins über spektakuläre Fossilienfunde bis hin zu der Bemusterung von Grauwacke.