Sopro Fliesenkleber-KnowHow – Welcher Fliesenkleber für welche Anwendung?

 

Wie sich die Zeiten ändern. Früher versah man Fliesen und Platten an ihrer Rückseite mit „Mörtelbatzen“ um sie an der Wand oder am Boden zu befestigen. Dies hatte einige Nachteile, sodass man heutzutage dazu übergegangen ist, Fliesenkleber und Flexkleber vollflächig auf der Wand oder Boden und der Rückseite der Keramik aufzutragen, um so einen weitaus stabileren und langlebigeren Haftverbund zu erzielen. Und obwohl es sich eigentlich immer noch, zumindest bei den zementären Fliesenklebern, Flexklebern und Flexmörteln, um Mörtel handelt, wird heute nur noch von Fliesenklebern gesprochen.

Für den Laien verwirrend ist hauptsächlich die enorme Vielfalt von Fliesenkleber-Produkten mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Anwendungsgebieten. So gibt es die zementären Fliesenkleber die auf Dispersionen oder Reaktionsharzen basieren. Zementäre Fliesen- und Natursteinkleber sowie Flexkleber bestehen in den meisten Fällen aus trockenen Mischungen, denen auf der Baustelle Wasser hinzugefügt werden muss. Sie müssen zudem mit einem entsprechenden Gerät klumpenfrei angerührt werden und erhärten danach unterschiedlich schnell. Das Pulver, aus dem die Fliesen- und Flexkleber zusammengesetzt sind, besteht aus Zement und Zuschlag und enthält, je nach Anwendungsgebiet, vielerlei Beimischungen und Additive wie Kalkstein, Kunststoffpartikel oder Fasern.

Fliesenkleber und Natursteinkleber, die auf Zement basieren, werden hauptsächlich auf tragfesten und saugfähigen Untergründen eingesetzt. Je nach Einsatzgebiet wird im Dünnbett (ca. 1-5 mm), im Mittelbett (ca. 5-15 mm) oder im Dickbett (>15 mm) verlegt. Die Verlegung von großformatigen Fliesen und Platten erfolgt meistens mit geeigneten Fliesenklebern im Dünnbettverfahren.

Für die Verarbeitung von Naturwerkstein stehen spezielle zementäre Fliesenkleber, so genannte Natursteinkleber, zur Verfügung, mit denen eine mögliche Verfärbung des empfindlichen Werkstoffs weitgehend verringert werden kann. Der Trick hierbei ist, dafür zu sorgen, dass das Wasser, mit dem der Naturstein-Fliesenkleber angerührt wird, möglichst schnell gebunden wird, damit keine Mörtelbestandteile den Stein verändern können. Des Weiteren gibt es für die Verlegung von natürlichen Steinen auch Natursteinkleber in weißer Farbe, die ebenfalls die Optik der Steine (z. B. auch bei Mosaikarbeiten) nicht beeinflussen.

Angeboten werden auch Fliesenkleber, die bestimmte Kunststoffadditive besitzen, die unter anderem dafür sorgen, dass diese Fliesenkleber weniger starr aushärten und somit Schwingungen und Spannungsänderungen besser aufnehmen können. Sie eigenen sich auch für Anwendung im Schiffbau sowie auf Treppen- und Trockenbaukonstruktionen. Diese Kleber werden als Flexkleber bezeichnet.

Aus der Familie der zementären Fliesenkleber kommen auch die Fließbettkleber, die meistens auf großen Bodenflächen eingesetzt werden. Hierbei wird das Fliesenkleber-Material nicht auf einzelne Fliesen oder Platten aufgebracht. Stattdessen wird der Fliesenkleber oder Flexkleber am Boden gleichmäßig verteilt und der Oberbelag aus Fliesen oder Platten in diesem Fliesenkleberbett verlegt. So lassen sich zuverlässig Hohlräume vermeiden und ein sehr guter Haftverbund erreichen. Zudem lassen sich mit der Verlegung im Fließbett Frostschäden vermeiden, wenn Fliesen oder Platten im Außenbereich verlegt wurden. Fließbettkleber lassen sich mit Hilfe von Wasser wesentlich variabler in ihrer Konsistenz einstellen als herkömmliche zementäre Fliesenkleber.

Daneben bieten die Hersteller auch Fliesenkleber an, die nicht auf Zement als Grundstoff basieren, sondern Kunststoffe als Hauptbestandteil besitzen. Es sind so genannte Dispersions-Fliesenkleber, bei denen fein im Wasser verteilte Kunststoffpartikel für besondere Eigenschaften sorgen, wie beispielsweise hohe Flexibilität im ausgehärteten Zustand und hohe Klebkraft. Kunststoff-Fliesenkleber können direkt aus dem Eimer, ohne Zugabe von Wasser, verarbeitet werden. Sie haben allerdings auch eine Reihe von Nachteilen, weswegen sie vor allem im deutschsprachigen Raum weniger Beachtung finden. Dazu gehören die lange Trocknungszeit bzw. Aushärtungszeit (im Prinzip nicht für die Verlegung von Fliesen und Platten am Boden geeignet) sowie die Einschränkung, dass sie nur im Innenbereich verwendet werden können, da Dispersions-Fliesenkleber nicht frostsicher sind.

Reaktionsharz-Fliesenkleber sind die Spezialisten auf dem Gebiet der Fliesen-und Natursteinkleber, da sie sich ganz besonders für schwierige Untergründe wie Glas, Metall oder Holz eignen und zudem sehr flexibel und beständig gegen Umwelteinflüsse und Chemikalien sind. Diese Fliesenkleber bestehen aus 2 Komponenten, einem Kunstharz wie Polyurethanharz oder Epoxidharz und einem Härter, die auf der Baustelle in einem bestimmten Verhältnis gemischt werden müssen. Im Unterschied zum zementären Fliesenkleber, der durch Zementbindung und dem Dispersionskleber, der durch Trocknung erhärtet, vollzieht sich die Aushärtung des Reaktionsharz-Fliesenklebers durch eine chemische Reaktion.

Als Zusammenfassung kann gesagt werden, dass es für die meisten Baustellen-Situationen einen Fliesenkleber gibt, mit dem Fliesen und Platten an Wand oder Boden sicher und dauerhaft befestigt werden können. Das gilt für Innen- und Außenbereiche genauso wie für hochbelastete Bereiche in Küchen oder Schwimmbädern. Sogar Frost und Tausalz kann geeigneten Fliesenklebern nichts anhaben. Auch Natursteinbeläge sind mit modernen Fliesenklebern ohne Probleme, wie beispielsweise Verfärbungen, einzubauen.

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