• Sopro Web-Seminar

    Glas - Ein Designelement des modernen Bauens

    28.09.2020 / 18.00 – 19.00 Uhr

Rückseitig verklebtes Mosaik

Die rückseitige Verklebung von Mosaiktafeln ist die gängigste Variante. Vorteilhaft hierbei ist, dass man bei der Verlegung alles im Blick hat. Jedoch zeigen sich auch Nachteile der rückseitigen Verklebung. Die direkte Anhaftung des Fliesenklebers am Mosaik beträgt oftmals weniger als 50 %. In einigen Fällen verteilt sich der Gewebekleber auf der kompletten Mosaikrückseite, sodass dieser zwischen Mosaik und Fliesenkleber wie eine Trennschicht wirkt. Zudem sind diese Kleber in der Regel organisch und wasserlöslich, wodurch ggf. ein späterer Schimmelbefall gefördert wird. In den meisten Fällen sind daher diese Mosaike für die Verklebung im Unterwasserbereich nicht geeignet. Einige Hersteller haben bereits die Gefahr erkannt und setzten auf spezielle Netze und Verklebungen. 

Glasfliesen

 

Glasfliesen sind in verschiedenen Größen bis hin zu Megaformaten von 120 x 320 cm erhältlich. Der wesentliche Vorteil zeigt sich in der sehr dichten Oberfläche und der damit verbundenen leichten Reinigung und der geringen Anhaftung von Schmutz.

 

Beschichtung oder transluzente/transparente Glasfliesen und Glasmosaike

 

Unterschiede gibt es in der Beschaffenheit der Glasfliesen. Unterschieden werden muss zwischen rückseitig beschichteten und unbeschichteten Fliesen. Bei rückseitig beschichteten Glasfliesen/ Mosaiken muss immer seitens des Herstellers eine Freigabe für die Verklebung eingeholt werden. Nicht selten dürfen diese nur mit Reaktionsharzen verklebt werden, da die Alkalität zementärer Kleber die Beschichtung angreifen kann.

Im Folgenden sollten die Unterschiede von Glasmosaiken und Glasfliesen näher beleuchtet werden:

Vorderseitig verklebtes Mosaik

Die vorderseitig verklebten Mosaike erhalten als Trägerschicht meist ein Papier oder eine Folie, welche nach der Verlegung bzw. Aushärtung des Klebemörtels von der Vorderseite der Mosaiktafel entfernt wird. Der Vorteil dieser Mosaike ist, dass die komplette Rückseite des Mosaiks mit Fliesenkleber benetzt wird und so eine meist deutlich höhere Anhaftung entsteht,als bei rückseitig mit Verbindungsnetzen zu Verlegeeinheiten zusammengefassten Mosaiken, bei denen auch die Netzverklebepunkte noch adhäsionsstörend wirken können.

Bei der vorderseitig mit Papier verklebten Variante ist der größte Nachteil, dass das Endergebnis der korrekten Positionierung erst nach dem Entfernen des Papiers sichtbar wird. Ein anschließendes Ausrichten nach der Erhärtung des Fliesenklebers ist nicht mehr möglich. Somit entsteht eine starke Abhängigkeit in die Qualität der Verklebung.

Hier zeigt sich der Vorteil einer transparenten Folienverklebung. Bei der Verlegung ist sowohl das Fugenbild sichtbar sowie evtl. vorhandene Muster. Ein notwendiges Ausrichten kann noch vor der Erhärtung des Klebers stattfinden.

Ein weiterer Nachteil bei vorderseitig verklebten Mosaiken, bei denen sich das Trägermaterial nicht im frischverklebten Zustand entfernen lässt, ist die fehlende Möglichkeit der Reinigung bzw. das Auswaschen der Fugen vom Fliesenkleber im frischen Zustand. Daher ist hier die Dimensionierung der Zahnkelle genauestens zu wählen, um eine ausreichende Haftung zu erreichen und ein Herausquellen des Klebers zu vermeiden.

Die Folge sind nachhaltige, optische Schäden wie z. B. Ablösungen oder Auflösungen der Beschichtung bis hin zu Haftverbundschäden. Bei transluzenten und transparenten Fliesen ist darauf zu achten, dass eine hohlraumfreie Verlegung mit hellen Fliesenklebern sichergestellt wird, um negative optische Effekte zu vermeiden. Auch der Untergrund sollte sich in der Farbgebung nicht deutlich vom Kleber unterscheiden, um ein Durchscheinen zu verhindern.

Bei der Verarbeitung von Glasmosaiken bzw. Glasfliesen muss einiges beachtet werden. Diese Punkte werden im Folgenden ausgeführt.

Verarbeitung/Verklebung

 

Wie bereits erwähnt, müssen Fliesenkleber und Fugenmörtel immer auf die jeweilige Glasfliese bzw. das Glasmosaik abgestimmt sein. Bei Verwendung zementärer Fliesenkleber werden helle Produkte, wie z.B. Sopro‘s No.1 weiss Flexkleber 996 oder der schnell abbindende Sopro Marmor- & Mosaik FlexKleber M&M 446 bevorzugt. Bei Verwendung von Sopro‘s No.1 weiss Flexkleber 996 kann dieser auch zum Verfugen des Mosaiks verwendet werden. Ebenfalls können für die Verklebung unsere hellgrauen Kleber wie z. B. Sopro’s No. 1 Silver 403 oder Sopro FKM® Silver 600 verwendet werden.

Bei Verwendung von epoxidharzgebundenen Klebern und Fugenmörtel werden Sopro FugenEpoxi FEP oder Sopro FugenEpoxi plus eingesetzt. Der große Vorteil dieser Fugenmörtel ist, dass zum einen alkaliempfindliche, rückseitige Beschichtungen nicht angegriffen werden, andererseits die Verlegung und Verfugung im gleichen Farbton erfolgen kann.

So werden unschönes Durchscheinen im Flankenbereich auf Grund unterschiedlicher Farben von Kleber und Fugenmörtel vermieden. Bei beiden Varianten ist immer darauf zu achten, dass die Verklebung hohlraumfrei erfolgt, da vorhanden Kleberstege gerade bei transluzenten und transparenten Fliesen durchscheinen können.

Werden vor der VerlegungungAbdichtungsarbeiten ausgeführt, sollte die Abdichtung mit dem verwendeten Fliesenkleber im Vorfeld abgespachtelt werden.

Dies sollte ebenfalls erfolgen, wenn der Untergrund farblich stark vom Fliesenkleber abweicht, wie z.B. bei Zementputz und weißem Fliesenkleber.

Welches Glasmosaik/Glasfliese ist für welchen Bereich geeignet?

 

Hier gilt es, immer den Hersteller des Mosaiks mit „ins Boot“ zu holen. Nicht jede Fliese oder jedes Mosaik ist für alle Bereiche geeignet. Gerade stark durch Wasser belastete Bereiche, wie z. B. Schwimmbecken, fordern dem Oberbelag vieles ab. Die aktuell gültigen Merkblätter geben oftmals schon Hinweise zur Auswahl.

So gibt z. B. das ZDB-Merkblatt „Schwimmbadbau“ vom Januar 2019 vor, dass die Eignung von Glasfliesen und Glasmosaiken vom Hersteller nachzuweisen ist. Werkseitig durch Papier oder Glasfaser rückseitig verklebte Mosaike sind im Unterwasserbereich bzw. bei zeitweise überfluteten Bereichen nicht zugelassen. Sollten diese trotzdem eingesetzt werden, ist durch den Hersteller ein verbindlicher Eignungsnachweis vorzulegen.

 

Rutschhemmung

 

Trotz der sehr glatten Oberfläche der einzelnen Glasmosaiksteine, kann die gesamte Glasmosaikfläche auf Grund des hohen Fugenanteils als rutschhemend eingestuft weden. Das ist beim Einbau in privaten Duschen wichtig. Auch die Gefällesituation am Duschboden kann somit optimal modeliert werden.

 

Fugen

 

Bei der Verfugung sollte auch immer die optische Wirkung der Fugenfarbe berücksichtigt werden. Durch einen Farbenkontrast von Fugenmörtel zu Mosaik können optische Täuschungen hinsichtlich der Mosaikfarbe entstehen. Das Anlegen von Probeflächen kann dem Bauherrn eine entscheidende Hilfe bei der Farbauswahl des Fugenmörtels sein. Zugleich bekommt der Verarbeiter ebenfalls Sicherheit vor Reklamationen, die auf die optische Täuschung zurückzuführen sind.

Die Auswahl des Fugenmörtels ist auf das Mosaik abzustimmen. Es bietet sich natürlich an, wenn die Verlegung mit einem Epoxidharzmörtel erfolgt, diesen in der gleichen Farbe auch zum Verfugen zu verwenden. Für die Verfugung mit einem Reaktionsharzmaterial empfiehlt sich Sopro FugenEpoxi plus.

Die Fugenmörtel Sopro DF 10® DesignFuge Flex oder Sopro TitecFuge® plus TF+ sind im Bereich von zementären Fugen die beste Wahl. Bei vorderseitig verklebten Mosaiken ist ein gründliches Reinigen der Flächen vor dem Verfugen zwingend notwendig.

Verzichtet man auf diese Reinigung, werden organische Stoffe aus dem Fixierkleber, welcher sich auf der Mosaikoberfläche befindet, mit in die Fugen eingetragen. Diese organischen Substanzen können im Fugenmörtel zur Schimmelbildung oder Festigkeitsstörungen führen.

Silikonfugen

 

Für das Schließen von Bewegungsfugen empfehlen wir den Einsatz von Sopro SanitärSilicon bei keramischen Werkstoffen und Glas oder Sopro MarmorSilicon bei allen Arten von Natursteinen. Ein Abstimmen des Silikons auf das Mosaik bzw. die Fliesen ist auch hier unabdingbar.

Das Glätten der Silikonoberfläche erfolgt unter Verwendung des Sopro Glättmittel GM 026. Werden hier Spülmittel zum Glätten eingesetzt, wird die Fuge durch deren Inhaltsstoffe (insbesondere Tenside) in der frühen Phase bereits geschädigt. So neigt dann z. B. die Oberfläche verstärkt zu Schmutzanhaftungen. Zusätzlich können durch Farbstoffe im Spülmittel Verfärbungen auftreten.

Typische Schäden

 

Wie bereits aufgeführt, treten die häufigsten Schäden in Verbindung mit einer nicht fachgerechten Verlegung auf. Das Durchscheinen der Kleberstege aufgrund einer nicht hohlraumfreien Verlegeung ist der häufigste Reklamationsfall.

Verfärbungen sind nicht immer auf eine nicht hohlraumfreie Verlegung zurückzuführen, sondern können auch durch einen mikrobakteriellen Befall auftreten. Was anfangs auf den ersten Blick harmlos wie eine charakteristiche Färbung des Glasmosaiks aussieht, ist bei genauerer Untersuchung ein Befall durch Mikroorganismen unterhalb des Mosaiks. Dies kann viele Ursachen haben: Angefangen bei der falschen Kleberauswahl, über Mischfehler bei Reaktionsharzmaterialien bis hin zu dem verwendeten Klebstoff zur Fixierung des Gewebes.

Im Dauernassbereich kann Bakterienbefall durch falsche Wasseraufbereitung hervorgerufen werden. Auch die Verwendung von papiernetzverklebten Mosaiken kann eine solche Verfärbungen nach sich ziehen. 

Fazit

 

Glasmosaike und Glasfliesen sind ein sehr beliebtes Verlegematerial und Gestaltungselement, welches allerdings auch einige Tücken bietet. Mit der richtigen Verarbeitungsweise und den hochwertigen Produkten der Sopro Bauchemie sind Sie jedoch immer auf der sicheren Seite.

Technik Hotline
Anwendungtechnik
Erreichbarkeit:
Mo - Do: 07:30 - 17:00 Uhr
Fr: 7:30 - 16:00 Uhr

Planer- & Objektberatung
Erreichbarkeit:
Mo - Do: 08:00 - 17:30 Uhr
Fr: 8:00 - 16:00 Uhr