Wegweisende Bodensanierung in den Frankfurter S-Bahnhöfen



Im Rahmen des Bahnprogramms „Zukunft Bahn“ wurden in Frankfurt am Main die unterirdischen S-Bahnhöfe Hauptbahnhof, Taunusanlage und Hauptwache modernisiert. Unter anderem wurden 6500 m² Bodenbeläge und die Bahnsteigausstattung erneuert. Dazu wurden die alten Betonwerksteinbeläge sowie der Unterbau komplett entfernt und durch einen neuen Bodenaufbau inklusive modernem Plattenbelag ersetzt. Die Arbeiten wurden während einer sechswöchigen Sperrpause im Sommer 2016 durchgeführt. Mit der Neugestaltung erhielten die S-Bahn-Stationen eine funktionale und ästhetische Aufwertung: So sind sie jetzt nicht nur behindertengerecht und barrierefrei nutzbar, sondern bieten auch eine verbesserte Orientierung und Sicherheit. Beispielhaft ist zudem die übersichtlichere und einladende Gestaltung. Das Projekt ist unter vielerlei Aspekten wegweisend für die Modernisierung weiterer S-Bahnhöfe im Stadtgebiet. Die modernisierten S-Bahnstationen zeigen exemplarisch den Anspruch an eine moderne Verkehrsstation: Sie sind aktiver Bestandteil des öffentlichen Raumes moderner Großstädte. Mit dem Umbau haben die Architekten des Planungsbüros Dietz Joppien Architekten aus Frankfurt den S-Bahnhöfen Hauptbahnhof, Taunusanlage und Hauptwache eine zeitgenössische Ästhetik verpasst: Die Bodenflächen sind durchgängig mit Feinsteinzeug in Naturoptik ausgeführt, hergestellt von Fiandre, einem führenden Produzenten von technischen Feinsteinzeugfliesen für architektonisch anspruchsvolle Projekte. Die Beläge sind mit einem taktilen Leitsystem ausgestattet. Die deutlichen weißen Linien vor der Bahnsteigkante, die auch für Sehbehinderte „sichtbar” sind, bestehen aus einem Belag, der mit dem Fuß ertastet werden kann. Wände und Decken wurden ebenfalls neu verkleidet. Akzente setzen Glasmosaiksteinchen und farbige LED-Strips, die zugleich Teil des neuen Leitsystems sind. Durch die Neuerungen erhielten die Stationen ein modernes Ambiente und bieten Reisenden mehr Komfort und Orientierung. 

Öffentlicher Raum – sicher gemacht 

Drei Großbaustellen mit einer Gesamtfläche von 6500 m² und ein extrem enger Zeitrahmen forderten eine differenzierte Logistik und Baustellenplanung, ein perfektes Timing und einen abgestimmten Systemaufbau für den Boden. 2500 m² Fliesen in Natursteinoptik wurden im Hauptbahnhof eingebaut, 1800 m² in der Taunusanlage und 2200 m² in der Hauptwache. Verlegt wurden verschiedene Formate in einheitlicher Plattendicke von 6 mm. In den Stationen Hauptbahnhof und Taunusanlage ist der Bodenbelag durchgängig anthrazit bzw. dunkelgrau, in der Hauptwache hellgrau. In enger Abstimmung mit der Sopro Planer- und Objektberatung sowie der Sopro Gebietsleitung konzipierten Planer und Verlegebetrieb einen exakt abgestimmten Bodenaufbau und Verlegeplan. Da der Zeitrahmen zur Erneuerung der Bahnsteigbeläge eng gefasst war, galt es, die Ausführung in ein strenges Zeitkorsett zu schnüren.

Schnelle und sichere Verlegung im System 

Die Verlegung erfolgte in nur sechs Wochen durch die Fliesen Neumann GmbH, einem renommierten Fachbetrieb für Fliesen und Natursteinarbeiten mit Sitz im hessischen Nauheim. Die Wahl der eingesetzten bauchemischen Produkte wurde speziell auf den Einsatz hoch beanspruchter Flächen, den engen Zeitrahmen und auf die Bodenbeläge abgestimmt: Auf dem kunststoffvergüteten, schnell abbindenden, Estrichbinder Sopro Rapidur® B5 hergestellten hochfesten und frühbelegereifen Zementestrich (DIN 18 560 Güteklasse CT-C60-F7) wurde zunächst ein mineralischer Haftvermittler in Form der Sopro HaftSchlämme Flex aufgebracht, eine einkomponentige, trasshaltige Haft- und Kontaktschlämme für mineralische Untergründe. Anschließend kam der Sopro FließSpachtel hochfest zum Einsatz. Es handelt sich dabei um eine selbstnivellierende, schnell erhärtende, zementäre Fließspachtelmasse mit extrem hoher Druck-, Biegezug- und Abriebfestigkeit. Der sowohl innen als auch außen einsetzbare Sopro FließSpachtel verfügt dank Mikrodur®-Technologie zudem über sehr gute Verarbeitungs- und Festmörteleigenschaften. In einem nächsten Schritt erfolgte eine Entkopplung mit Hilfe der dünnschichtigen, wasserundurchlässigen und rissüberbrückenden Sopro Abdichtungs- und Entkopplungsbahn. Sie wurde, wie später auch die Feinsteinzeugfliesen, mit Sopro megaFlex S2 turbo verlegt. Bei dem Produkt handelt es sich um einen zweikomponentigen, zementären, schnell erhärtenden, hoch flexiblen, wasserdichten Fließbettmörtel (C2 EF S2 nach DIN EN 12 004), für die besonders sichere Verlegung von Feinsteinzeugfliesen sowie Beton- und Naturwerksteinplatten. Besonders wichtig war an den Bahnhöfen die schnelle Belastbarkeit durch frühe Haftzugfestigkeit (nach 2 Stunden 0,5 N/mm2; nach 3 Stunden 1,0 N/mm2). Die abschließende Verfugung – mit besonders schmalem Fugenbild – erfolgte mit Sopro FlexFuge floor, einem neuen, extra schlämmfähigen, hochfesten und gleichzeitig farbbrillanten Fugenmörtel für Fugenbreiten von 2–8 mm. 

Resümee

Die Frankfurter S-Bahnstationen zeigen exemplarisch den Anspruch an eine moderne Verkehrsstation als aktiver Bestandteil des öffentlichen Raumes einer Stadt mit hoher Aktivitätsdichte. Das Projekt macht den Wandel von Bahnstationen zu einem Raum mit erhöhter Aufenthaltsqualität deutlich. Die mit dem Umbau gewonnenen Erfahrungen sollen als Grundlage für die Modernisierung weiterer S-Bahnhöfe im Stadtgebiet Frankfurt dienen.