„Neuestes theoretisches Fachwissen verknüpft mit praktischem, anwendungstechnischem Know-how“ – diesem Ziel wurde der diesjährige Sopro ProfiTag, der Mitte November 2016 in Wiesbaden stattfand, einmal mehr voll und ganz gerecht. Das Themenspektrum reichte von der Gestaltung moderner Badezimmer über den kundengerechten Handwerker-Service bis hin zu Fragen des Nachtragsrechts. Dazu kamen ein verlegetechnischer Fachvortrag sowie insbesondere ein breit gefächerter Praxiszirkel zu den Themen wie der richtigen Untergrundvorbereitung und des fachgerechten Einsatzes von Reaktionsharzen und modernen Verlegemörteln.

Auch beim 5. Sopro ProfiTag wurde die Zahl der teilnehmenden Fachhandwerker im Vergleich zu den vier vorausgegangen Veranstaltungen nochmals deutlich getoppt. Rund 500 Teilnehmer konnten Sopro Geschäftsführer Andreas Wilbrand und Dipl.-Ing. Mario Sommer, Leiter der Sopro Anwendungstechnik und Objektberatung, am Stammsitz des Unternehmens in Wiesbaden begrüßen. Ihnen bot sich einmal mehr eine attraktive Kombination aus aktuellen Fachvorträgen von renommierten Gastdozenten und praktischen Vorführungen der Sopro Anwendungstechnik.

Ein „Blick über den Wannenrand“

Den Auftakt bei den Gastdozenten machte Georg Reuss, Geschäftsführer des gleichnamigen Fachbetriebs für Sanitär und Fliesen im oberfränkischen Schönbrunn. Bei seinem unterhaltsamem „Blick über den Wannenrand“ entwickelte er dabei - aus der Sicht eines Fachhandwerkers - „sieben Denkanstöße für das neue Bad“. Sie reichten vom Waschtisch über das stille Örtchen, Dusche und Badewanne bis hin zur Beleuchtung im Bad – ganz nach dem Motto: „Schöne Bäder müssen nicht teuer sein und teure Bäder sind nicht immer schön!“. Sein Credo und zugleich Appell an die Zuhörer: „Für Ihr Traumbad brauchen Sie viel Gefühl bei der Planung, Begeisterung bei der Ausführung und die Liebe zum Detail.“

Aber nicht nur die Gestaltung des Bades sollte eine „Herzenssache“ sein - gleiches gilt auch für den gesamten Bereich des Service. Dies machte die Managementberaterin Sabine Hübner bei ihrem Vortrag „Auffallend anders. Überraschend besser. Wie Sie Ihre Kunden mit persönlichem Service begeistern.“ zum Thema Der Kunde der Zukunft möchte auf Augenhöhe mit einem Unternehmen sprechen - das geht aber nur mit empathischen Mitarbeitern, als „Profis mit Herz und Verstand“, die die drei Säulen der Servicekultur verinnerlicht haben. „Zufriedenheit ist heute zu wenig. Nur begeisterte Kunden sprechen positiv über ihr Unternehmen“. Exzellenter Service bedeutet aber nicht „immer mehr“ Service, sondern genau den richtigen Service. „Und dafür sind Kunden bereit, mehr Geld zu bezahlen und Ihr Unternehmen weiterzuempfehlen“ - so die Service-Expertin.

Von Abu Dhabi bis Schloss Elmau – ein Blick auf spektakuläre Projekte der Sopro Anwendungstechnik

Zurück zur Praxis ging es bei dem Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Sebastian Kammerer. Der Bereichsleiter Anwendungstechnik bei der Sopro Bauchemie GmbH stellt dabei „Untersuchungen und Projekte der Sopro Anwendungstechnik“ vor. Am Beginn stand dabei ein Blick auf die neuen DIN-Normen, in denen die Abdichtungen im Verbund künftig geregelt werden. Bei der neuen Regelung zur Restfeuchte von Estrichen in der neuen Estrichnorm wies er darauf hin, dass es für den einzelnen Verlegebetrieb nach Einschätzung von Sopro ein erhebliches Risiko darstellt, sollte dieser auf die neuen Werte vertrauen. „Wir empfehlen weiter eine Vorgehensweise gemäß Schnittstellenkoordination bzw. gemäß ZDB-Merkblätter, da hier (und nur hier) eine gesamtheitliche Betrachtung des Zusammenspiels von Estrich und Belag gegeben ist“ - so der Referent. Nach einem Blick auf besonders spektakuläre, im vergangenen Jahr von der Sopro Anwendungstechnik betreute Projekte wie beispielsweise das schwimmende Sonnendeck des Burj Al Arab Jumeirah in Abu Dhabi oder das im Rahmen des G7-Gipfels bekannt gewordenen Schloss Elmau, ging Sebastian Kammerer auf die neuesten Untersuchungen und Erkenntnisse der Sopro zu Produkten mit kristalliner Wasserbindung sowie den verschiedenen Formen des „kombinierten Verfahrens“ ein.

Abgerundet wurde der Vortragsteil des diesjährigen ProfiTags durch Rechtsanwalt Goetz Michaelis aus Werne, Fachanwalt für Bau- und Ingenieurrecht. Unter dem Titel „Nachträge nochmal klären“ gab er dabei zunächst eine Übersicht über die Vertragsarten und deren Vergütung, ehe er auf die Ursachen und Anspruchsgrundlagen für Nachträge einging. Anhand zahlreicher, anschaulicher Fallbeispiele verdeutlichte er die Thematik und sorgte dabei mit seinem temperamentvollen Vortragsstil für eine lebhafte Diskussion unter den Teilnehmern.

Eindrucksvolle Praxiszirkel zu aktuellen Problemstellungen

Perfekt ergänzt wurden die Fachvorträge durch eine Reihe von anwendungstechnischen Demonstrationen mit bewährten und teilweise auch ganz neuen Sopro-Produkten, die mehrmals am Tag in drei eigens dazu vorbereiteten Vorführ-Zelten durchgeführt wurden. Dabei ging es zum einen um das Thema der „Reaktionsharze“ und deren vielseitige Anwendungsmöglichkeiten bzw. ihre fachgerechte Verarbeitung. Zum zweiten wurden die vielfältigen „Kleber- und Mörtelsysteme“ der Sopro vorgestellt und „live“ verarbeitet. Gleichzeitig wurde dabei die Frage beantwortet, welcher Sopro-Kleber Wann und Wo der Richtige ist. Dass es zuvor gilt, die Untergründe für die Fliesenverlegung zu bewerten und entsprechend vorzubereiten - dies war Thema des dritten Praxis-Workshops. Neben den Verlegeexperten der Sopro standen den Tagungsteilnehmern dabei auch die Vertreter weiterer wichtiger Industriepartner aus dem Maschinen- und Werkzeugbereich für Fragen zur Verfügung. Der große Andrang in den Vorführ-Zelten zeigte, dass man mit allen drei Themen richtig lag. Trotz des breiten Angebots an Referaten und Praxiszirkeln bot der Sopro ProfiTag aber auch in diesem Jahr reichlich Gelegenheit, sich mit Spezialisten und Kollegen ausführlich über die aktuellen Branchenthemen auszutauschen.