Die Befestigung von Außenflächen und der Schutz gegen Wasser standen im Fokus des 24. Wiesbadener Planer- und Sachverständigenseminars. Das Themenspektrum der eintägigen Veranstaltung, die Anfang Februar im Rahmen der Sopro ProfiAkademie stattfand, bot Planern, Sachverständigen und Ausführenden einen umfassenden Einblick in das neue Normenwerk. Daneben wurde die richtige Verdichtung des Untergrunds, die Vorteile der gebundenen Bauweise sowie die Auswahl der Entwässerungssysteme angesprochen.

Eine große Bandbreite rund um das Thema „Außenflächen abdichten und befestigen mit Platten und Steinen“ versprach Dipl.-Ing. Mario Sommer, Leiter der Sopro Anwendungstechnik und Objektberatung, den Teilnehmern zu Beginn des Seminars. Die Sopro Bauchemie ist in diesem Bereich gut aufgestellt und verfügt nicht nur über das gesamte Portfolio an einschlägigen Produkten, sondern auch über einen großen, bei vielen Projekten gewonnenen Erfahrungsschatz an technischem Know-how.

Ein Blick auf das neue Normenwerk
Bei seinem ausführlichen Blick auf das neue Normenwerk (E DIN 18533 und E DIN 18531) beschäftigte sich Dipl.-Ing. Gerhard Klingelhöfer vom gleichnamigen Ingenieur- und Sachverständigenbüro für Bautechnik aus Pohlheim zunächst mit den Grundsätzen für Abdichtungen gegen Wasser. Er warnte davor, die tatsächlichen Wassereinwirkungen zu unterschätzen; denn Wasser hätte "einen spitzen Kopf“. Bei der Erläuterung der neuen Normen für Bauwerks- und Dachabdichtungen betrachtete er verschiedene Lastfälle und zeigte auf, wie Abdichtungsmaßnahmen im Einzelfall zu planen sind. Nach einem Blick auf wichtige Änderungen im Regelwerk, das auf langjährigen Erfahrungen aus der Baupraxis basiert, wies er insbesondere darauf hin, dass „zuverlässiges Abdichten von Bauwerken oder Bauteilen fachkundige Planung sowie fachgerechte Ausführung mit geprüften/geregelten Abdichtungsprodukten bzw. Komponenten und während der Nutzungszeit auch ggf. Wartung, Instandhaltung und erforderlichenfalls Instandsetzung erfordern“.

Dass zur regelgerechten Ausführung von befestigten Außenflächen auch eine „Fachgerechte Verdichtung des Unterbaus“ gehört – dies zeigte anschließend Dipl.-Ing. (FH) Jan Hecktor, Product Manager – Light Equipment bei der BOMAG GmbH aus Boppard. Sie ist eine Grundvoraussetzung bei der Erstellung ebener und langlebiger Pflasterflächen. Denn, wie der Referent zeigte, führt eine fachgerechte Verdichtung nicht nur zu einer Erhöhung der Tragfähigkeit sowie der Verschleiß- und Standfestigkeit des Unterbaus, sondern vermindert auch Setzungen sowie die Frostempfindlichkeit und Wasserdurchlässigkeit. Er erläuterte dabei auch die Unterschiede zwischen statischer und dynamischer Verdichtung und stellte im Detail die hierzu zur Verfügung stehenden Verdichtungsmaschinen mit ihren unterschiedlichen Einsatzgebieten und Leistungsbereichen vor. Anschaulich ergänzte er seine Ausführungen mit einem Blick auf typische Schadensfälle, die durch eine fachgerechte Verdichtung hätte verhindern können.

Fachgerechte Verdichtung und gebundene Bauweise helfen Schäden zu vermeiden
Um eine effektive Schadensvermeidung ging es auch bei Dipl.-Ing. (FH) Björn Rosenau, dem Bereichsleiter Objektberatung der Sopro Bauchemie. Schäden wie sie beispielsweise bei der traditionellen, ungebundenen Bauweise von Belägen entstehen können. Unter dem Titel „Gebundene Verlegung und Verfugung von Pflaster- und Plattenbelägen“ beschäftigte er sich daher intensiv mit der gebundenen Bauweise und deren Vorteile gegenüber der ungebundenen, traditionellen Bauweise. Auch wenn sich die gebundene Bauweise in den letzten Jahren stark weiterentwickelt hat, gilt es - so Björn Rosenau -  bei ihrer Umsetzung in der Praxis Fehler zu vermeiden, wie etwa die Verwendung ungeeigneter Fugen- bzw. Bettungsmörtel oder die falsche Dimensionierung des Oberbaus, die stets lastabhängig erfolgen sollte. Wie eine handwerklich einwandfreie Verlegung in der gebunden Bauweise erfolgen kann - dies veranschaulichte der Referent anhand zahlreicher Praxisbeispiele, abgestimmt auf die jeweiligen Nutzungskategorien und die damit verbundenen Beanspruchungen. Perfekt ergänzt wurden seine Ausführungen durch den Vortrag von Dipl.-Ing. (FH) Christian Waldmann, Objektberater bei der Sopro Bauchemie in Wiesbaden, der einen Blick auf „Treppenkonstruktionen“ warf - ebenfalls unter Berücksichtigung aktueller rechtlicher und normativer Vorgaben. Nach einer Beschreibung der unterschiedlichen Treppenkonstruktionen stellte er anschaulich dar, dass es auch bei der Verlegung von Fliesen und Platten auf Treppen im Außenbereich zu Problemen kommen kann. Als mögliche Schadensursachen identifizierte er dabei u. a. unzureichende Bewegungsfugen, eine fehlende vollflächige Bettung oder eine fehlerhafte Abdichtung. Besondere Beachtung schenkte er auch wichtigen Details wie dem Abdichtungsanschluss an Fenster- und Türelementen.

Abgerundet wurde das Seminar mit einem Vortrag von Bernd Harder, Produktmanager bei der ACO Hochbau Vertrieb GmbH in Büdelsdorf zum Thema „Fassaden- und Terrassenentwässerung“. Er erläuterte dabei zunächst die unterschiedlichen Anforderungen bei erdberührten Fassaden und Fassaden auf genutzten Dachflächen. Detailliert wandte er sich besonders dem Übergang von der Freifläche zur Fassade bzw. dem Sockel zu und beschrieb die verschiedenen Einbaumöglichkeiten von Fassadenrinnen und -systemen. Interessant auch sein Blick auf die hydraulischen Versuche bei den unterschiedlichen Systemen. Abschließend wies er darauf hin, dass es zur Erlangung von Barrierefreiheit „eines Gesamtpakets von Tür, Rinne und Andichtung erfordert“ und  zeigte sichere Lösungen für schwellenlose Übergänge bei barrierefreien Terrassentüranschlüssen.