21. Sopro Planer- und Sachverständigenseminar - Neue Abdichtungs-Norm sorgt für viel Bewegung im Markt

Experten informierten und diskutierten im Rahmen der Sopro Pro-fiAkademie zum Thema Nassräume
„Nassräume in Gebäuden fachgerecht planen und bauen“ - unter diesem Thema stand das 21. Wiesbadener Planer- und Sachverständigenseminar. Die eintägige Veranstaltung, die Ende Januar im Rahmen der Sopro ProfiAkademie stattfand, bot in einer gekonnten Kombination von Theorie und Praxis einen umfassenden Einblick sowohl in die aktuellen Regelwerke, als auch in die technischen Herausforderungen, denen sich Planer und Ausführende hier stellen müssen.

Ob Badezimmer, Wellnessbereich oder Großküche: Regelwerksänderungen speziell im Bereich der Innenraum-Abdichtungen, Schnittstellen mit beteiligten Gewerken und neue Bauteilentwicklungen machen Nassräume aller Art zu einem Dauerbrenner einer jeden Baustelle. Das Sopro Planer- und Sachverständigenseminar „Nassräume in Gebäuden fachgerecht planen und bauen“ hatte es sich daher zur Aufgabe gemacht, zentrale Aspekte rund um den Themenkreis Nassräume in einer Reihe von Fachvorträgen zu beleuchten und gemeinsam mit namhaften Experten zu diskutieren - so Dipl.-Ing. (FH) Mario Sommer, Leiter der Sopro Anwendungstechnik- und Objektberatung, bei der Begrüßung der Seminarteilnehmer. Die Sopro Bauchemie ist in diesem Bereich gut aufgestellt und verfügt nicht nur über das gesamte Portfolio an einschlägigen Produkten, sondern auch über einen großen, bei vielen Projekten gewonnenen, Erfahrungsschatz an technischem Know how.

Ein Blick „über den Wannenrand“
Trotz all der anstehenden technischen und (normungs-) rechtlichen Fachthemen: Am Beginn des Seminars stand zunächst ein unterhaltsamer „Blick über den Wannenrand“. Georg Reuss, Geschäftsführer des gleichnamigen Fachbetriebs für Sanitär und Fliesen im oberfränkischen Schönbrunn, entwickelte dabei - aus der Sicht eines Fachhandwerkers – „sieben Denkanstöße für das neue Bad“. Sie reichten vom Waschtisch über das „stille Örtchen“, Dusche und Badewanne bis hin zur Beleuchtung im Bad – ganz nach dem Motto: „Schöne Bäder müssen nicht teuer sein und teure Bäder sind nicht immer schön!“. Sein Credo und zugleich Appell an die Zuhörer: „Für Ihr Traumbad brauchen Sie viel Gefühl bei der Planung, Begeisterung bei der Ausführung und die Liebe zum Detail.“

Verbundabdichtungen künftig DIN-geregelt
Schon zu Beginn des Seminars hatte Mario Sommer konstatiert, dass die neue Innenraum-Abdichtungsnorm für viel Bewegung im Markt sorgt, auch wenn sie derzeit erst als Vorentwurf im Umlauf ist. Worum es dabei genau geht, dies machten Dipl.-Ing. (FH) Björn Rosenau, Bereichsleiter Objektberatung und Dipl.-Ing. (FH) Christian Waldmann, Objektberater bei der Sopro Bauchemie, deutlich. Beide Vorträge beschäftigten sich intensiv und im Detail mit der neuen DIN 18 534 „Innenraumabdichtungen“. Denn eines ist sicher: Dieses neue, umfangreiche Regelwerk und vor allem die dadurch jetzt DIN-geregelten Verbundabdichtungen werden künftig am Markt eine zentrale Rolle spielen. Im ersten Teil lenkte Björn Rosenau dabei den Blick auf die „Abdichtung in häuslichen Bädern und Großraumduschen“. Detailliert sprach er dabei wichtige Aspekte an - von der Auswahl der Abdichtungsart und den unterschiedlichen Formen der Abdichtung im Verbund über die neuen Wassereinwirkungsklassen bis hin zu den Anforderungen an den Abdichtungsuntergrund. Nicht zu vergessen so wichtige Details wie Gefälleausbildung, Abdichtung im Bereich von Sockeln und Türen oder Rohrdurchdringungen und Bodenabläufen.

Perfekt ergänzt wurden die Ausführungen von Björn Rosenau durch den Vortrag von Christian Waldmann zur „Abdichtung in gewerblichen Küchen und im Industriebereich“, also Bereichen mit sehr häufiger oder lang anhaltender Einwirkung aus Spritz- und/oder Brauchwasser und/oder Wasser aus intensiven Reinigungsverfahren. Da zusätzliche chemische Einwirkungen den Einsatz von Reaktionsharz-Abdichtungen erfordern, ging der Referent speziell auf deren Einsatz ein. Auch er legte dabei ein besonderes Augenmerk auf so wichtige Detaillösungen wie Übergänge vom Boden zur Wand, Sockelanschlüssen aber auch Anschlüsse an Kühlhäuser u.ä. Ein weiterer Schwerpunkt waren die richtige Konstruktion und Abdichtung von thermisch belasteten und nicht belasteten Rinnen und Bodenabläufen.

Dem Fußboden „auf den Grund gegangen“
Mit seinem Vortrag zu „Estrichkonstruktionen in Nassräumen“ ging Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Limp vom Institut für Baustoffprüfung und Fußbodenforschung (IBF) in Troisdorf etwas weg von der Abdichtung und vielmehr „dem Fußboden auf den Grund“. Nach einem kurzen Blick auf die einschlägigen Normen und Regelwerke erläuterte er dabei ausführlich die unterschiedlichen Bindemittel für Estriche - wie beispielsweise Zement oder Calciumsulfat- und erörterte deren Vor- und Nachteile. Bei seinem Blick auf die verschiedenen Estrichkonstruktionen betonte er u. a., dass „Fertigteilestriche auf Gips- und Holzbasis im Nassbereich nichts zu suchen haben“. Abschließend betrachtete er die Estrichkonstruktionen bei höheren Belastungen (Fahrbeanspruchung), bei denen oftmals eine Bemessung im Einzelfall erforderlich ist.

Anschaulicher und informativer Praxisblock
Ein im Tagesgeschäft immer wieder diskutiertes Thema ist der sach- und fachgerechte Einbau und das Abdichten von bodengleichen Duschflächen sowie die Ausführung von Abdichtungen im Bereich von Duschtassen und Badewannen. Die Experten von der Sopro Anwendungstechnik zeigten in einem rund eineinhalbstündigen Praxisteil zunächst ausführlich die einzelnen Arbeitsschritte und Ablauflösungen zur Herstellung von bodengleichen und somit barrierefreien Duschflächen. Anschließend demonstrierten sie detailliert wie man Duschtassen und Wannen mit Hilfe moderner und abgestimmter Materialen fachgerecht an- und eindichtet. Mario Sommer, der den Praxisteil moderierte, wurde dabei fachkundig von den Experten aus den Sopro Systempartner-Unternehmen Kaldewei, Herrn Harald Jost und Dallmer sowie Herrn Jens Göke unterstützt.